zurück Interdisziplinäres Forum »Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit und im Übergang zur Moderne«
 

Programm der 14. Arbeitstagung, 1.3. Februar 2013

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Programm für das nächste Forum vom 1.-3.2.2013 steht und wir möchten alle Interessierten herzlich in die Akademie nach Stuttgart-Hohenheim einladen.

Wie angekündigt soll es gehen um

Solidarität und ihre Grenzen: Dynamiken von Beziehungs- und Ausgrenzungsprozessen in der frühneuzeitlichen Judenschaft

Solidarität hält eine Gemeinschaft zusammen und konstituiert sie, definiert aber auch ihre (situativ verschiebbaren) Grenzziehungen nach Außen. Im Kontext der jüdischen Geschichte hat daher die Solidarität einen besonderen Stellenwert, sowohl in der Innenperspektive der jüdischen Gemeinschaft als auch als Geschichte der Beziehungen und Grenzziehungen zwischen Juden und ihrer nichtjüdischen Umwelt.

Das Gebot der Zedaka (Wohltätigkeit) und die Memoria, das Totengedenken, sind ebenso ein Grundstock der Solidarität wie das Prinzip des »Klal Jisrael« (Gesamtheit Israels, jüdische Gemeinschaft) - alle drei identitätsstiftend wie ein- und ausschließend zugleich. Obwohl sich ein komplexes Netzwerk an gemeindlichen und übergemeindlichen Institutionen entwickelte, gelangte die jüdische Gesellschaft - anders als es der antijüdische Vorwurf eines "Staat im Staates" suggerieren mag - niemals zu einer monolithischen Geschlossenheit. Genannt seien hier beispielsweise die Grenzziehungen zwischen Aschkenasim und Sefardim oder zwischen Orthodoxen und Reformern. Solidarität stellt sich daher als ein Prüfstein für sozio-kulturelle Binnenkohäsion, ihre historische Entwicklung und ihre Grenzen dar.

Die Grenzen der Solidarität zeigen sich auf verschiedenen Ebenen. So konnte Solidarität entzogen werden, etwa durch unfreiwilligen Ausschluss aus der Gemeinschaft durch den Bann (Cherem), oder auch aufgekündigt werden infolge des freiwilligen, gänzlichen Austritts durch Konversion. Beziehungsstrukturen zwischen jüdischer und nichtjüdischer Gesellschaft zeigen sich dort, wo sich verschiedene Solidargemeinschaften überlappen, so etwa die Stadtgemeinschaft und die jüdische Gemeinde.

Solidarität stellt sich daher nicht als singuläres, sondern pluralistisches, bewegliches Prinzip dar, dessen Ausgestaltung und Grenzziehungen im frühneuzeitlichen Judentum Gegenstand der Tagung sein werden.

Wir freuen uns, wieder in den Räumen der Akademie in Hohenheim zu Gast sein zu können, und bitten um Anmeldungen mit den üblichen Angaben zu Adresse, An- und Abreisedatum, Zimmerwunsch (EZ, DZ, DZ mit ) in der Akademie bis zum 17. Januar 2013. Hier steht für organisatorische Fragen Kerstin Hopfensitz im Referat Geschichte (E-Mail: hopfensitz@akademie-rs.de, Telefon: +49 (0)711-1640-752) als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Auch die Preise sind dort zu erfragen. Absagen nach diesem Zeitpunkt können Stornokosten verursachen.

Mit herzlichen Grüßen und allen guten Wünschen zu den Feiertagen und zum Neuen Jahr,

Barbara Staudinger, Rotraud Ries und Birgit Klein